Was Sie auf Texel nicht vermissen werden

Natürlich haben wir unsere eigenen Sorgen auf Texel. Die Insel, die im Norden von einem Meer voller Möglichkeiten umrundet ist – aber auch von einem Meer voller Grenzen. Dennoch ist das Leben hier  einfacher.

Fünf Dinge, die Sie auf Texel nicht vermissen – und die vor allem weg bleiben müssen.

1. Zusammenstöße mit dem Pizzalieferdienst

Die Verfluchung dieser zweifelhaften Dienstleistung ergibt sich aus einem Trauma. Während meiner Studienzeit fuhr mir ein Pizzabote vor mein Fahrrad und es kam zu einem Unfall. Als ich die kaputten Pizzaverpackungen auf dem Boden sah, erkannte ich, dass ich Glück gehabt hatte. Der wütende Pizzabote auf dem Moped dachte da anders drüber.

Seitdem bekomme ich bei dem Klang dieser Mopeds, die sich wie summende Mücken durch die Stadt fortbewegen, eine Gänsehaut.

Auf Texel gibt es eine Pizzeria, die einige dieser Mopeds vor der Türe stehen hat. Glücklicherweise holen die meisten Inselbewohner ihre Pizzen selbst ab – wenn sie Lust darauf haben, denn Insulaner sind ganz versessen auf hausgemachte Pizzas. Mit dem Fahrrad holen sie sie ab. Niemand vermisst einen Pizzalieferdienst.

Botsbrommers kom je op Texel gelukkig niet tegen.

 

2. Zu McDonalds flüchten

Für mich ist Mc Donalds eine Fluchtmöglichkeit. Wenn Sie nach wochenlanger „Committment“ an bizarre Esskultur, jahrelanger Tradition wirklich keinen Respekt mehr zollen können. Wenn Sie kein Kaaimansaté (Suriname…) mehr tolerieren können. Sie tagelang Ziegenköpfe leer gelöffelt haben, weil das Ablehnen von afrikanischen Gerichten beim Koch schlecht ankommt. Genug Klapperschlangenfleisch gegessen haben (Texas…). Erst dann haben Sie jedes Recht, bei McDonalds über die Türschwelle zu stolpern und Ihren Körper mit einem geschmacklosen Stück Rindfleisch und Pommes Frites ruhig zu stellen.

Ich habe nicht den Eindruck, dass wir unsere Gäste auf Texel mit seltsamen Speisen auf die Probe stellen.

Solange wir unsere Seehunde in Ecomare noch verwöhnen, als ob es Kinder sind – und wir Ihnen ihren Speck nicht roh servieren (ja, in Alaska wird das so gemacht), finde ich, dass es keinen Grund gibt, McDonalds auf Texel zu vermissen.

3. Kunstlicht

Die Bewohner der dunklen Provinzen wie Drenthe und Friesland wissen auch, wie es sich anfühlt. Abends nach draußen zu schauen und in das schwarze Loch der Nacht zu starren. Sterne zu sehen. Wir Bewohner Texels verteidigen die nächtliche Finsternis so gut es geht. Das ist auch gut so. Weg mit dem seltsamen Kunstlicht, von dem bewiesen ist, dass Menschen und Tiere dadurch ungesund aktiv bleiben. Es ist kein Mythos: In der Dunkelheit schlafen Sie besser und begreift der Vogel, dass es gut ist, einmal mit dem Zwitschern und Futter suchen zu stoppen. Kunstlicht? Niemand vermisst es.

4. Eine Brücke

Ab und zu kommt dieses Thema wieder zum Vorschein. Die Diskussion über eine Brücke zwischen dem Festland und Texel.

Wenn ich an die LKW-Fahrer auf Texel denke, die an Silvester nach 1000km Fahrt das letzte Boot verpassen und ohne Champagner genervt warten muss, bis das erste Boot am nächsten Tag wieder ablegt. Oder wenn ich mir vorstelle, wie Gebährende mit Komplikationen das Inselgefühl erfahren, wenn sie 20 kostbare Minuten in einem Krankenwagen liegen. Dann verstehe ich das wiederkehrende Verlangen nach einer Brücke.

Deze enige brug naar Texel is die van het veer naar Vlieland.

Aber kommen Sie schon! Mit einer Brücke verschenken wir unsere Seele für immer. Dann bekommen wir das Inselgefühl nie, aber auch wirklich nie wieder zurück. Das Boot ist übrigens auch eine hervorragende Gauner-Schleuse. Einmal fand die Polizei auf dem Boot einen Kleinbus voller gestohlener Insel-Fahrräder.

Ich, kein LKW-Fahrer und ohne Frau, vermisse die Brücke nicht. Dänemark hat „Inseln“ mit Brücken dazwischen. Da können Sie dann auch mit dem Auto auf dem Strand rasen. Na, viel Spaß.

5. Stau

Ein Texeler Unternehmer aus Den Hoorn  beschrieb es vor einigen Jahren in einer Zeitschrift: „Meine Kinder wissen nicht, was ein Stau ist.“ Verrückt. Die Abgase, der Lärm, der Stress. Hier gibt es so etwas nicht. Ich war einmal in Paris. Meine Augen tränten und ich produzierte seltsame Hustengeräusche. Vor mir spielten Kinder – 10 Meter Bürgersteig war ihr Spielplatz – mit Laser-Licht. Ich schaute in den Lichtbündel und sah unzählig viele und winzige Staubwirbel. Der Groschen fiel. Zurück auf Texel war das sehr tiefe Durchatmen das erste, was ich tat.

Fietsen Texel

 

Was vermissen Sie wirklich nicht?

Ich bin sehr gespannt…Die originellste Vermisse-ich-nicht-Reaktion erhält eine Einladung zu einem Abendessen  (mit normalem Essen aus Texel…) für zwei Personen im Het Schoutenhuys